Arbeitsgemeinschaft Wohnen

Die AG Wohnen beschäftigt sich mit dem Thema des inklusiven Wohnraums.
Zu Beginn des Projekts wurde festgelegt, die Projektidee „Wohnraum ohne Barrieren / Probewohnung“ zu behandeln. Hierbei geht es um eine Wohnung, welche auf einem möglichst hohen technischen Standard der Barrierefreiheit ausgestattet werden soll. Es sollen dort Hilfsmittel ausgetestet werden können, um eine Auswahl treffen bzw. einer Wohnungsbaugesellschaft eine Rückmeldung geben zu können, welche Ausstattung für die eigene Wohnung benötigt wird.

Warum ist das Notwendig?

Aus Art. 2, Abs. 1 i. V. m. Art. 1 Grundgesetz ergibt sich das Recht auf Selbstbestimmung als universelles Menschenrecht. Art. 2, Abs. 1 garantiert das Recht auf „freie Entfaltung seiner Persönlichkeit“ jeden Menschen „soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.“.

Wohnen nimmt einen wesentlichen Platz im Leben ein und ist insbesondere in Bezug auf Selbstbestimmung und freier Entfaltung von wesentlicher Bedeutung. Die freie Wahl des Wohnraums und Wohnform ist ein Teil davon. Für viele Menschen ist es schon jetzt selbstverständlich sich selbst auszusuchen, in einem Haus oder einer Wohnung, in der Stadt oder auf dem Land, alleine oder mit anderen Menschen zusammen zu leben. Sie können ihre persönlichen Wünsche mit in diese Wahl einfließen lassen.

Eine „Selbstverständlichkeit“ der freien Auswahl von Wohnraum/-form ist allerdings (noch) nicht für alle Menschen gültig.

Menschen mit Behinderung stehen zahlreiche Barrieren im Weg eine freie Entscheidung darüber zu treffen, wo und wie sie leben möchten.
Hierzu zählen räumliche Barrieren, wie zum Beispiel schmale Türen oder fehlende Aufzüge. Aber auch psychosoziale Barrieren, wie Angst und Unsicherheiten. Diese bestehen u.a. aufgrund gesellschaftlicher Stereotype, welche behaupten, Menschen mit Behinderung müssten gepflegt, versorgt oder beaufsichtigt werden.

Obwohl das Recht auf Selbstbestimmung im Grundgesetz garantiert wird und Selbstbestimmung für Menschen mit Behinderung in der UN-Menschenrechtskonvention nochmal besonders betont wird, ist dieses Recht noch nicht gänzlich sichergestellt. Zwar gibt es Wohngruppen oder ambulant betreute Wohnformen für Menschen mit Behinderung, dennoch ist damit keine Selbstbestimmung gegeben, solange noch keine vollständige Wahlmöglichkeit besteht. Bis dieser Missstand nicht behoben ist, werden Menschen weiterhin in der Gesellschaft bzw. von der Teilhabe an der Gesellschaft ausgegrenzt. Inklusion kann somit nicht stattfinden.

Die AG Wohnen versucht diese Situation zu verändern!

Die Formen von Behinderungen sind sehr verschieden und deswegen ist es auch sehr individuell was benötigt wird, um den Alltag barrierefrei zu gestalten. Die Suche nach einer geeigneten Wohnung kann zur Schwierigkeit werden, wenn vorher nicht klar ist, welche baulichen und technischen Möglichkeiten in Anspruch genommen werden können.

Sie soll einen wesentlichen Beitrag leisten, die Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderung im Rahmen von Wohnraum- und Wohnformwahl in Bochum zu stärken.